Die Kosten des Misstrauens im Unternehmen 
Warum es betriebswirtschaftlich Sinn macht, Vertrauen aufzubauen

Wie oft haben Sie schon gehört, das Vertrauen elementar wichtig für ein Unternehmen ist? 

Ihnen wurde sicherlich schon oft ein Training angeboten, dass die Teamfähigkeit stärken oder das Vertrauen verbessern soll. Ihnen ist vermutlich auch bewusst, dass Vertrauen im Unternehmen wichtig ist, besonders hinsichtlich Ihrer Mitarbeiter. Aber haben Sie sich jemals ausgerechnet, wie viel effektive Kosten mit mangelndem Vertrauen auf Sie zukommen? Wie viel würden Sie investieren, um das Vertrauen in Ihrem Unternehmen zu verbessern? Wir haben diese Rechnung einmal aufgestellt. 

Vertrauen im Arbeitsumfeld bedeutet für jeden, egal in welcher Position, weniger Stress. Wenn Kollegen einander vertrauen, sind sie offener. Sie haben nicht das Gefühl, der ständigen Kontrolle und leben eine ehrliche Fehler- und Feedbackkultur. Der Arbeitnehmer arbeitet freier und dadurch auch besser. 

In einer vertrauensvollen Atmosphäre sind Mitarbeiter engagierter und haben mehr Energie bei der Arbeit. Das kann sich sogar auf das Privatleben auswirklichen und die allgemeine Zufriedenheit steigern. 

Die genannten Vorteile einer vertrauensvollen Atmosphäre sind sicher bei Entscheidungen zu berücksichtigen, aber würde Sie dafür extra Geld investieren? Wir rechnen Ihnen vor, warum Sie das auf jeden Fall tun sollten!

Besteht in einem Unternehmen eine nicht zufriedenstellende Vertrauensbasis, schöpfen Arbeitnehmer nicht ihr komplettes Potential aus. Sie arbeiten nicht mit ihrer vollen Leistungsfähigkeit und sind dadurch in der Bearbeitung ihrer täglichen Aufgaben langsamer.

Überlegen Sie mal, wie viel mehr in Unternehmen passieren könnte, wenn alle Mitarbeiter ihr gesamtes Potential ausschöpfen würden? 

Anders gesagt, Sie könnten Ihre Gewinne steigern, wenn Sie ein vertrauensvolles Arbeitsumfeld schaffen. Vertrauen kann sich aber nicht nur auf Ihren Umsatz und Ihre Gewinnmarge auswirken, sondern auch erhebliche Kosten einsparen. 

Misstrauensgeprägte Unternehmen sind mit einem erhöhten Kontroll- und Überwachungsaufwand konfrontiert. Überwacht wird nicht nur die Arbeitsaufgabe an sich (z.B. das Gegenlesen wichtiger Kundenmails), sondern auch die geleistete Arbeitszeit. Glauben Sie nicht? Was für viele Unternehmen mit Stempeluhren und Vertrauensarbeitszeit kein Thema mehr zu sein scheint, beschäftigt nach wie vor unzählige, vor allem kleinere Betriebe ohne geregelte Zeiterfassung. Solche Kontrollen sind zeitintensiv und teuer. Nehmen wir einmal an, der Chef oder die Chefin eines 12 Mitarbeiter großen Unternehmens investiert wöchentlich nur 15 Minuten pro Mitarbeiter für das Überprüfen der Arbeitsinhalte. Hinzu kommen insgesamt 15 Minuten für das Arbeitszeit-Tracking des gesamten Teams. Das macht 6 Stunden pro Woche, 24 Stunden pro Monat. Der Chef oder die Chefin verbringt demnach grob 24 Arbeitstage in einem Jahr damit, seine Mitarbeiter zu kontrollieren. 

Doch nicht nur Kontrolle und Überwachung ist ein Ergebnis von Misstrauen, sondern auch das Einbehalten von Informationen. Wenn Kollegen sich untereinander nicht Vertrauen, werden wichtige Informationen häufig zurückgehalten. Der nicht vorhandene Informationsaustausch bedeutet schlimmstenfalls doppelte Arbeitszeit. Diese schlägt sich natürlich unmittelbar in den Personalkosten nieder. 

Wenn wir davon ausgehen, dass die Mitarbeiter pro Monat circa ½ Tag mit der Erarbeitung von Informationen verbringen und diese nicht teilen, gehen bei dem Beispielunternehmen pro Monat 6 und pro Jahr 72 Arbeitstage verloren.

Misstrauen in Unternehmen hat außerdem Auswirkungen auf die Gesundheit der Arbeitnehmer. In vertrauensvollen Arbeitsumgebungen gibt es weniger Krankheitstage und Burnouts, dass konnte vielfach nachgewiesen werden. Durch den kurzfristigen wie auch langfristigen Verlust einer Arbeitskraft durch Krankheit, entstehen enorme betriebswirtschaftliche Kosten.

Laut Spiegel online ist der durchschnittliche deutsche Arbeitnehmer 19,5 Tage im Jahr krank. Durch Vertrauen im Unternehmen können die Krankheitstage laut Havard Business Review um 13% gesenkt werden. Das bedeutet für jeden Arbeitnehmer 2,5 Krankheitstage weniger pro Jahr. Für das Beispielunternehmen würde das eine Senkung um 18 Krankheitstage pro Jahr bedeuten. 

Besagtes Unternehmen kommt damit auf insgesamt 124 verlorene Tage pro Jahr, die mangelndem Vertrauen zuzuschreiben sind. Geht man von einem Durchschnittsgehalt von 50.000€ aus, ergibt sich ein Tagesdurchschnittssatz von circa 217€. Somit werden bei dem gennannten Beispielunternehmen ungefähr 27.000€ jährlich durch Misstrauen verloren. Und jetzt stellen Sie sich mal vor, wie viel in einem 50 Personen oder sogar 500 Personen Unternehmen durch Misstrauen verloren geht?

 

Vertrauen zu verbessern mag zwar gerade ein Trend sein, aber wie Sie sehen lohnt es sich. Nicht nur für das Wohl Ihres Mitarbeiters, sondern auch für Ihre Konten. Vielleicht steigern Sie nicht direkt Ihren Umsatz, aber definitiv senken Sie Ihre Kosten.

Frederike Otto

Werkstudentin Die CONUFACTUR